Bericht im Anzeiger für Harlingerland über die Aktion von Katja Weege

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Bericht im Anzeiger für Harlingerland über die Aktion von Katja Weege

Quelle: „Anzeiger für Harlingerland“ vom Samstag, 4. April 2020; von Helmut Burmann

Omas Tischdecke ist optimal

Von Helmut Burmann

MITMACHAKTION – Katja Weege näht Mund-Nasen-Masken für Holtriemer Wehren / Die 46-jährige Schweindorferin sucht Mitstreiter, die Baumwollstoff, Gummiband und Nähmaschinen besitzen.

Katja Weege näht seit ihrer Kindheit. Mit sechs Jahren bekam sie ihre erste Nähmaschine. BILD: Stefan Weege

SCHWEINDORF. Eigentlich hatte sich Katja Weege aus Schweindorf nichts Großartiges dabei gedacht, als sie ein Foto ihrer selbst genähten Mund-Nasen-Maske im Sozialen Netzwerk postete, doch dann kam eine Anfrage des Holtriemer Samtgemeindebrandmeisters Ingo Kruse, die die Schweindorferin zwar einerseits mit stolz erfüllte, aber gleichzeitig auch an ihre Grenzen brachte: Die Anfertigung von Masken für die gesamten Holtriemer Wehren, denn beim Einsatz können die Feuerwehrleute schon im Fahrzeug den Mindestabstand nicht einhalten. Katja Weege will sich der Aufgabe stellen, ist aber auf Unterstützung angewiesen.

Natürlich stellte Ingo Kruse auch die Kostenfrage, doch die verwarf die 46-Jährige gleich wieder: „Feuerwehrmännern und -frauen, die ehrenamtlich ihren Dienst absolvieren, Geld abzuverlangen?“ – das geht in den Augen der gelernten Hotelfachfrau gar nicht.

Auch das Nähen ist für die vielseitige Schweindorferin eigentlich nicht das Ding, schließlich ist sie damit aufgewachsen und hat mit sechs Jahren ihre erste eigene Nähmaschine bekommen – doch bei der gewünschten Menge reichen weder Zeit noch Material.

Normalerweise stellt Katja Weege Babyschuhe her – auch im Feuerwehrlook. BILD: Stefan Weege

Bei der Gartenarbeit kam der Selbstständigen, die mit ihrer Firma „Lüttje Schkoowark“ vor allem Lederpuschen oder Krabbelschuhe anfertigt, schließlich die zündende Idee. Jetzt sucht sie Mitstreiter, die helfen, die Holtriemer Wehren mit Mund-Nasen-Masken auszustatten. Mitmachen kann, wer Baumwollstoff hat, den man bei mindestens 60 Grad waschen kann (optimal ist beispielsweise Omas alte Tischdecke), Gummiband und eine Nähmaschine hat und nähen kann. Wenn sich genügend Mitstreiter finden, dann ist Katja Weege überzeugt, dass mehr Masken produziert werden können als die Feuerwehr benötigt. Die könnten dann nach ihrer Vorstellung an bedürftige Menschen oder andere Institutionen in der Umgebung verteilt werden.

Weitere Informationen – unter anderem auch ein Schnittmuster – gibt es auf der Holtriemer Feuerwehrseite im Internet. Wer sich der Aktion anschließt, kann die genähten Mund-Nasenschutze am 9. April (Gründonnerstag) zwischen 16 und 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Schweindorf unter Einhaltung der Richtlinien abgeben. Nach Absprache werden diese aber auch abgeholt. Wer Fragen hat, kann sich auch bei Katja Weege, ✆ 04975 / 755004, melden

www.feuerwehr-holtriem.de


Mundschutzmasken für die Feuerwehr

Die Aktion läuft noch weiter, da nicht nur die Feuerwehren diese Masken benötigen. Besonders freute sich Ingo über eine extra für ihn gefertigt Maske. Die Solidarität in diesen schwierigen Zeiten ist überwältigend. Die Feuerwehren in Holtriem sind auch weiterhin und gerade wegen der Masken, einsatzbereit für die Bevölkerung.
Bleibt gesund.

Am Freitag, 3. April 2020 konnte der Samtgemeindebrandmeister Ingo Kruse die ersten Mund-Nasenmasken für die Feuerwehren aus Holtriem entgegen nehmen. Er war sehr überrascht das in dieser kurzen Zeit, nach dem Aufruf von Katja Weege, an die 200 Masken gefertigt wurden. Unter anderem wurden sie von den Landfrauen aus Schweindorf hergestellt. Namentlich: Doris Ferdermann, Barbara Jochims, Helga Boden (Bild). Aber auch aus der Bevölkerung wurden einige genäht, so gilt unserer besonderer Dank auch an Christiane Litti, Elena Gerdes, Annika Janßen und natürlich auch an Katja Weege.Quelle: www.feuerwehr-holtriem.de


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