Bericht über den Spielmannszug des Mühlenverein Schweindorf

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Bericht über den Spielmannszug des Mühlenverein Schweindorf

„Anzeiger für Harlingerland“ vom Samstag, 8. Juni 2019 – von Helmut Burmann

Benötigt werden nur schwarze Hose und Schuhe

SERIE – Im Spielmannszug des Mühlenvereins Schweindorf müssen die Mitglieder zudem Spaß an der Musik mitbringen

Auf Langeoog musiziert der Spielmannszug regelmäßig. BILD: Wolfgang Akkermann

SCHWEINDORF/WESTERACCUM. Klassische Marschmusik ist nicht so ihr Ding, doch wenn sich die 18 Musiker des Spielmannszugs des Mühlenvereins Schweindorf ins Zeug legen, dann geht bei ihnen die Post ab. Aber nicht nur bei ihnen – oftmals auch bei den Zuhörern, welche die vier- bis 64-jährigen Amateurmusiker mit ihrer beschwingten Art zu begeistern wissen. Kein Wunder also, dass diese Musikgruppe gerne zu Festivitäten aller Art gebucht wird.

Wer bei den Schweindorfern mitmachen will, der benötigt nicht viel: eine schwarze Hose und schwarze Schuhe, das reicht, denn alles andere wird gestellt. Nicht einmal Notenkenntnisse sind erforderlich, denn gespielt wird nach Zahlen. Diese „Zahlennoten“ eines Titels werden von Irene Akkermann erstellt, die das neue Lied dann zuerst mit den Trommlern testet. Das klappt nicht immer, aber wenn doch, dann kommen schnell Lyra, Querflöte, Marimba, Marching Bell, Suhere, Timptomp, Pauke, Rasseln und Becken hinzu. Die Akteure merken sich schließlich nur noch das Spielmuster, die Melodie müssen sie im Kopf haben. Und das sind inzwischen recht viele verschiedene und vor allem auch aktuelle Melodien, denn zwei ähnliche Stücke spielen die Schweindorfer niemals nacheinander. Das ist das Erfolgsgeheimnis der Kapelle.

Wolfgang und Irene Akkermann managen den Spielmannszug des Mühlenvereins Schweindorf. BILD: Helmut Burmann

Die Geschichte des Spielmannzugs ist wechselhaft. Offiziell wird das Gründungsjahr 1995 angegeben, doch gehen die Anfänge schon früher auf Zeiten im Schützenverein Westerholt zurück. Im kommenden Jahr wird aber auf jeden Fall groß der 25. Geburtstag gefeiert – unter der Leitung des Vorsitzenden Wolfgang Akkermann (58 Jahre) und seiner Ehefrau Irene (55), der Tambourmajorin. Beide fanden den Weg über ihre Tochter Rebecca, die Blockflöte lernen sollte, zum Mühlenverein. Die 55-Jährige stieg schnell zu Tambourmajorin auf, obwohl die weder Noten kannte noch ein Instrument spielte. Doch schnell lernte sie, die Lyra zu spielen.

Inzwischen ist die Familie Akkermann bis hin zu den Enkelkindern im Spielmannszug verwurzelt. Und sie ist darauf bedacht, dass den Mitgliedern auch außerhalb der Musik immer etwas geboten wird. Doch meistens kommen die Instrumente dann doch mit ins Spiel – egal ob auf dem Karussell oder im Wasser. Dabei merkt man den Akteuren immer wieder die Lust an der Musik an. Doch wer dabei sein will, muss neben Zuverlässigkeit auch Disziplin mitbringen. Einen Auftritt absagen, weil man lieber mit den Kumpels schwimmen gehen will, ist nicht drin. Den der Musikzug geht Verpflichtungen ein, wird für Auftritte gebucht und wird dafür entlohnt. Von diesem Geld finanziert sich die Kapelle, die keinen Mitgliedsbeitrag erhebt, aber in 2018 für 4000 Euro neue Instrumente angeschafft hat. Die Spielzeit des Musikzuges reicht von Ostern bis Weihnachten, meistens an den Wochenenden. Und es gibt inzwischen viele feste Termine wie in Dornum, Funnix, Leerhafe, Bensersiel, Wiesmoor oder Langeoog.

In Polen ist man mit Unterstützung des Landkreises auch schon gewesen. Und zu gerne würde man eine Einladung nach Österreich annehmen, doch „das können wir uns einfach nicht leisten,“ so Irene Akkermann, die sich wie ihr Mann Wolfgang nicht nur über neue Spielleute – vor allem Trommler – und auch musikbegeisterte Familienangehörige freuen würde.

Alter oder auch ein Handicap spielen dabei keine Rolle, denn im Spielmannszug gibt es auch keine Cliquen. Und wird die Pause zu langweilig, spielen alle zusammen auch schon mal Fußball. Wer Interesse am Spielmannszug des Mühlenvereins Schweindorf hat, muss nicht unbedingt in unmittelbarer Nähe des Ortes wohnen. So sind Wolfgang und Irene Akkermann beispielsweise in Westeraccum zu Hause und oftmals als Sammeltaxi zu den Übungsnachmittagen sonnabends 16 bis 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Schweindorf unterwegs.

 

 

 

 

 

 

 


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